Atemschutz-Workshop der Gemeindefeuerwehr Ostercappeln

06.04.2019 - Schwagstorf & Venne
c_196_147_16777215_00_images_news_2019_2019_04_06_agt_workshop_bild-016.jpgFür die Feuerwehren ist es praktisch zum Standard geworden - Bei fast jedem Brandeinsatz schützen Atemschutzgeräte die Einsatzkräfte vor den giftigen Brandgasen. Wenige tiefe Atemzüge des Rauches können für den Menschen schon lebensbedrohend sein. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten von Atemschutzgeräten. Filtergeräte reinigen die vorhandene Umgebungsluft. Wichtig ist dann aber, dass genügend Sauerstoff vorhanden ist. Geht man in ein verqualmtes Gebäude vor, so sind umluftunabhängige Geräte notwendig. Sogenannte Pressluftatmer haben eine Flasche angeschlossen, die mit komprimierter - normaler - Atemluft gefüllt ist.

 

 


Intensiver Ausbildungstag für die 17 Teilnehmer


Der Atemschutzeinsatz unter Nullsicht ist körperlich und psychisch sehr belastend. Das Vorgehen muss regelmäßig geübt werden. Hierzu hat die Gemeindefeuerwehr Ostercappeln mit den vier Ortswehren einen gemeinsamen Workshop durchgeführt.
Umgesetzt wurde das Ganze von einem großen Team, welches sich um die Organisation, das Vorbereiten der Ausbildungsinhalte sowie um die Verpflegung kümmerte. Insgesamt wurden fünf Übungsstationen angeboten, welche jeweils von mindestens zwei Ausbildern betreut wurden. Inhaltlich wurden die Stationen an den Atemschutzeinsatz im Inneren eines Gebäudes angepasst.


Beschaffung von vier Wärmebildkameras geplant


Passend zur momentanen Beschaffungsphase von einer Wärmebildkamera für jede Ortswehr, konnten die Teilnehmer in einer Station die dahinterstehende Technik verstehen lernen. Wärmebildkameras besitzen große Vorteile bei der Personen- und Brandsuche, haben aber auch Einsatzgrenzen, die man vorher wissen muss.
Für den Tag standen den Teilnehmern drei Vorführmodelle und die Wärmebildkamera aus Venne zur Verfügung. Da Wärmebildkameras bei der Feuerwehr hauptsächlich im Brandeinsatz eingesetzt werden, wurde abschließend auch ein Test mit einem kleinen Realfeuer gemacht. Ein Modell schwächelte hier auffallend. Eine Erkenntnis, welche mit in den Entscheidungsprozess einfließen wird.

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Brände in einem Obergeschoss


Bei Bränden in einem Obergeschoss kann es sinnvoll sein, dass der Atemschutztrupp über eine Leiter direkt in das Geschoss vorgeht. Um dies zu üben, wurde in einer weiteren Station das richtige Übersteigen einer Fensterbank mit dem Abtasten des Bodens geübt. Das Strahlrohr und der Schlauch können dann mithilfe einer Leine hochgezogen werden. Besonderheit in dieser Station war das Retten einer Person mithilfe einer Schleifkorbtrage über eine schiefe Leiterebene.

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Der richtige Wassereinsatz


In der Station „Strahlrohrtraining“ konnten die Teilnehmer das eigentliche Löschen mit Wasser üben. Eine selbstgebaute Tür stellte die Zimmertür zum Brandraum da. Erreicht der vorgehende Trupp eine heiße Tür, läuft dann eine sogenannte Türprozedur ab. Mehrmals wird die Tür geöffnet und durch Sprühstöße der heiße Brandrauch gekühlt. So wird das Risiko einer „Rauchgasdurchzündung“ gemindert. Kommt es dennoch zur Durchzündung der Rauchgase, versucht der Trupp sich durch einen breit gefächerten Wasserstrahl zu schützen.
Das praktische Üben machte den Teilnehmern, gerade bei dem sonnigen Nachmittags-Wetter, sichtlich Spaß.

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Einsatzübungen unter möglichst realen Bedingungen


Am Feuerwehrhaus in Schwagstorf und Venne hatten die Ausbilder mehrere fiktive Einsatzszenarien vorbereitet. Unter möglichst realen Bedingungen mussten die Teilnehmer jeweils eine Menschenrettung und die Brandbekämpfung durchführen. Mit Nebelmaschinen wurden die Räume komplett bis zur Nullsicht vernebelt. Das Feuer wurde hierbei mit Elektrogrills (mit einer Wärmebildkamera sichtbar), Blitzleuchten und dem Abspielen von einem Feuerprasseln-Sound über einen Bluetooth-Lautsprecher dargestellt.

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Fazit


Neben den normalen Dienstabenden in den Ortsfeuerwehren bietet ein gemeinsamer Ausbildungstag den Teilnehmern die Möglichkeit sich dem Leistungsniveau entsprechend weiterzuentwickeln. Praxisnah sollen und können die Vorgehensweisen trainiert werden. Auch die Gemeinschaft wird ortsübergreifend gefördert und kann gerade bei größeren Einsatzstellen, wo mehrere Wehren tätig werden, helfen.


Die Gemeindefeuerwehr Ostercappeln wird versuchen das Ausbildungsangebot in Form eines solchen Workshops regelmäßig fortzuführen. Sollten hierfür geeignete Gebäude - beispielsweise ein privates Abrisshaus - zur Verfügung stehen, würde die Feuerwehr sich über einen entsprechenden Hinweis sehr freuen.